Zum Inhalt springen
Alle Einträge
von NP👤

Woraus Apuna besteht

What Apuna is made of: open roles, codices, discipline, published under Apache-2.0CONSTITUTION · CLAUDE.md · rules the model reads before it acts.claude/agents/ — roles + codices.claude/skills/ — slash commandsOpenAPI contract bus · EU-resident data · OSS exit per dependencyApache-2.0 · the cast is a default · the structure is what mattersdiscipline visible in the repository itself

Die meisten Praxen, die mit Kuenstlicher Intelligenz arbeiten, beschreiben, was sie tun. Apuna hat etwas Selteneres getan: Es hat unter Apache-2.0 das tatsaechliche System veroeffentlicht, das es dafuer einsetzt.

Das Agenten-Team -- die Rollen, die Kodizes, die Slash-Kommandos -- lebt offen im Repository unter .claude/agents/ und .claude/skills/. Die Rollen sind als Auftraege mit klar abgegrenzten Zustaeändigkeiten definiert, nicht als Persoenlichkeiten. Die gegenwaertige Besetzung besteht aus historischen Figuren, die die Gruender bewundern; die Dokumentation haelt ausdruecklich fest, dass diese Besetzung nur ein Standard ist. Was zaehlt, ist die Rollenstruktur. Jede Praxis kann ihre eigene Besetzung mitbringen.

Was ich bemerkenswert finde, ist die Disziplin, die im Repository selbst sichtbar wird. Die CLAUDE.md ist nicht aspirativ. Sie ist betrieblich: Jede Idee wird in den Backlog-Branch aufgenommen, bevor eine Codezeile angefasst wird; ein Mensch entscheidet immer; der Engineer fuehrt das Deployment aus, nie der Orchestrator. Das sind keine Prinzipien, die einmal formuliert und dann vergessen werden. Es sind durchgesetzte Zwänge, in jeder Sitzung praesent, weil sie in die Regeldatei geschrieben sind, die das Modell liest, bevor es handelt.

Die Verfassung in docs/CONSTITUTION.md ist ebenso direkt. Sie beschreibt keine Ambitionen. Sie beschreibt Zwänge: was die Praxis nicht tun wird, unabhaengig von kommerziellem Druck. Genauigkeit vor Vollstaendigkeit. KI offengelegt, niemals verschleiert. Ein menschlicher Kontrollpunkt in jedem entscheidungstragenden Pfad. Der Test, der angelegt wird, bevor ein Prinzip uebernommen wird, ist klar formuliert -- wird dies in einem Jahr noch wahr sein, und sind wir dann noch dieselben? Das ist eine nuetzliche Selbstkalibrierung, die sich jede Praxis vornehmen sollte.

Die Architektur folgt derselben Logik. Ein OpenAPI-Vertragsbus zwischen jeder Schicht, damit kein Dienst in die Daten eines anderen hineingreift. Daten in der EU ansaessig, in Deutschland, wo es vertretbar ist. Jede verwaltete Abhaengigkeit ist mit einem Open-Source-Ausstiegspfad gepaart -- keine einzelne Schicht als Lock-in. Der ehrliche Vorbehalt fehlt nicht: US-ansaessige Anbieter sind namentlich genannt, nicht verschwiegen, mit der jeweiligen Gegenmassnahme daneben. Das ist die Art von Transparenz, die entweder Vertrauen verdient oder eine Luecke offenbart. Hier verdient sie es.

Das Betriebsmodell -- minimales Scrum, atomare Pull Requests, ein Backlog auf seinem eigenen Branch, Sprint-Review mit den Stakeholdern -- ist weder neuartig noch aufwändig. Bemerkenswert ist, dass es tatsaechlich gelebt wird. Der Backlog-Branch existiert. Die Pull Requests sind atomar. Das Deployment ist menschlich gegated. Der Abstand zwischen der beschriebenen Disziplin und der sichtbaren Praxis ist gering. Fuer eine Praxis dieser Groesse ist das schwieriger zu erreichen, als es aussieht.

Der Teil des Repository, zu dem ich immer wieder zurueckkehre, ist das Dokument zur Agenten-Methodologie. Es beschreibt das Team nicht als fixes System, sondern als evolvierende Population: Variation, Auswahl, Vererbung. Die Padawan-Kodizes wachsen nach jeder Sitzung. Was die Pruefung besteht, wird aufgeschrieben und weitergegeben. Was sie nicht besteht, wird gestrichen. Das fuenfte Gesetz des Bibliothekars wird zitiert: Eine Bibliothek ist ein wachsender Organismus -- was bedeutet, dass sie auch abstossen muss. Das ist ein ernsthafter Gedanke, ernsthaft angewendet. Es ist der Teil dieser Praxis, den die meisten Praktizierende zu befolgen behaupten und den die wenigsten tatsaechlich tun.